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Der Kaiserliche Orden des Drachen von Annam

In Vietnam herrschte von 1802 bis 1945 die pro-französisch eingestellte Nguyen-Dynastie, die auch Kambodscha und Laos kontrollierte. Der Kaiserliche Orden vom Drachen von Annam wurde am 14. März 1886 von Kaiser Dong Khanh, dem 9. Kaiser der Nguyen-Dynastie, gegründet, nachdem dieser ein Jahr zuvor von der französischen Kolonialverwaltung auf den Thron gesetzt worden war. Der Orden wurde für besondere Leistungen im Zivilen oder Militärischen im Dienste des Kaisers und des französischen Protektorats auf Empfehlung Frankreichs vom Kaiser an dessen Hof in Hué verliehen.

Bis 1950 galt der Orden auch als offizielle Auszeichnung Frankreichs, wo er bekannt war als Orden vom Grünen Drachen von Annam, oder “Ordre du Dragon Vert“. Er wurde vom Präsidenten auf Empfehlung des Ministers für Kolonien verliehen. Als Vietnam 1950 in die französische Union aufgenommen wurde, hatte man den Orden vom Drachen von Annam durch den Nationalorden von Vietnam ersetzt und auch die französische Kolonialversion des Ordens kam ausser Gebrauch. Das hat jedoch die Existenz des Kaiserlichen Ordens vom Drachen von Annam nicht beeinflusst, da dieser stets das persönliche dynastische Eigentum des kaiserlichen Hauses von Vietnam war.

Das Ordenszeichen (Französische Variante)
Das Ordenszeichen (Vietnamesische Variante)

Bao Dai (Sohn des 12. Kaisers Kaih Dinh, 1916-1925) war ab 1950, nachdem er 1945 als 13. Kaiser von Vietnam abdanken musste, Präsident des neuen Vietnamesischen Staates im Süden. In dieser Funktion hatte er den Orden, wenn auch selten, weiterhin verliehen.

Die Wirren des Zweiten Weltkrieges, der japanische Einfluss und die koloniale Hegemonie Frankreichs hatten im Norden des Landes zur kommunistischen Machtergreifung und im Süden zum Bürgerkrieg geführt. Die von Frankreich und Japan gestützte Nguyen Dynastie wurde vertrieben und ging ins Exil nach Paris, das gleichzeitig der offizielle Sitz des Ordens wurde.

Das Oberhaupt des Kaiserlichen Hauses und Souverän des Ordens war bis zu seinem Tod im Jahre 2007 der älteste Sohn und Erbe des verstorbenen 13. Kaisers Bao Dai (1926-1945), Kronprinz Bao Long. Das jetzige Oberhaupt ist sein zweiter Sohn, Prinz Bao Thang.

Der Kaiserliche Orden vom Drachen von Annam steht am Übergang von der traditionell vietnamesischen Auszeichnung hin zu den Orden europäischen Stils. Da im Westen ein Orden 100 Jahre nach dem Tod des letzten Ordensritters als aufgelöst betrachtet wird, gilt der Kaiserliche Orden vom Drachen von Annam als nicht erloschen, da nach dem Tod von Kaiser Bao Dai im Jahre 1997 mehrere der alten Ritter noch lebten. Nachdem alle Erbschaftsfragen geklärt waren, wurde der Orden im Jahre 2002 als rechtmässiger und unveränderlicher Besitz des legitimen Oberhauptes der Kaiserlichen Nguyen Dynastie bestätigt. Seither kann der Orden denjenigen als Anerkennung verliehen werden, die die humanitären Bemühungen des Kaiserhauses zum Wohle der Unterprivilegierten in Vietnam unterstützen.

Zur Zeit hat der Orden weltweit etwa 150 Mitglieder. Er wird in den traditionellen fünf westlichen Klassen verliehen: Großkreuz, Großoffizier, Komtur, Offizier und Ritter. Nur der Kaiser darf das Großkreuz zusammen mit dem Ritterabzeichen tragen.

Grossoffizier

Nach der Enteignung und Verfolgung waren die Angehörigen der Familie ins Ausland geflüchtet oder hatten ihre Identität gewechselt. Da der Familienname sehr verbreitet ist, lässt sich heute nur schwer erkennen, wer alles zu diesem kaiserlichen Geschlecht gehört. Das nutzte ein gewisser Chanh Buu alias „Nguyen Phuc Buu Chanh" ein selbst ernannter Prinz, der eine monarchistische Bewegung mit Namen "Imperial Order of the Dragon of Annam" gründete. Diese Organisation darf nicht verwechselt werden mit dem einzig legitimen und hier auf Ordenskreuz beschriebenen Orden gleichen Namens des strikte apolitisch auftretenden offiziellen vietnamesischen Kaiserhaus in Paris. Dieses sprach der falschen Organisation per Dekret vom 17. Dezember 2004 jegliche Anerkennung ab.

Die Geschichte Vietnams

Seit dem 10. Jahrhundert hatten sich verschiedene Königsdynastien abgelöst. Zwischen 1427 und 1789 regierte die Le-Dynastie. Einflussreiche Familien und die seit 1516 präsenten Europäer beschleunigten den Niedergang dieses Königshauses, das nach alten konfuzianischen Traditionen regierte, aber zahlreiche Jesuiten und Franziskaner im Lande dulden musste. Der Norden des Landes stand unter dem Einfluss der Trinh-Familie, der Süden unter dem der Nguyen. Nach dem sogenannten Tay-Son-Aufstand im Jahre 1771 entstand ein Bürgerkrieg, aus dem 1802 mit französischer Unterstützung die Nguyen-Familie als Sieger hervorging. Diese gründete ein eigenes Kaiserhaus, einten das Land und gaben ihm den Namen Viet Nam. Doch die Franzosen verstärkten ihren Einfluss auf die Nguyen-Kaiser, und es kam zu Ausschreitungen in der Bevölkerung. Diese richteten sich vor allem gegen die Missionare und Christen. 1858 schickte Frankreich ein Flottenkommando und besetzte Teile des Landes. 1884 wurde Viet Nam ein französisches Protektorat. Alle Widerstandsbewegungen scheiterten an der grausamen Unterdrückung durch die Franzosen. Die Bevölkerung verarmte und litt unter Steuerlast, Zwangsarbeit und Zwangsenteignung sowie unter den Übergriffen der französischen Soldaten. 1887musste der Kaiser alle Herrscherrechte an Frankreich abtreten.Die Expansion Japans, der Erste Weltkrieg und die Oktoberrevolution von 1917 begünstigten das Entstehen neuer Interessensgruppen, von denen sich einige 1930 zur kommunistischen Partei Indochinas zusammenschlossen. Da das Kolonialregime jede politische Mitarbeit verwehrte und sich das Elend der Bevölkerung infolge der Wirtschaftskrise weiter verstärkte, kam es in den folgenden Jahren zu weiteren Aufständen, die von den Franzosen blutig niedergeschlagen wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Niederlage Japans, das den vietnamesischen Kaiser und die Franzosen unterstützt hatte, brach 1946 der Indochinakrieg aus, der zur erneuten Teilung des Landes und zum Ende der französischen Herrschaft führte. Die Franzosen und die kaiserliche Familie wurden vertrieben. 1964 provozierten die USA zur Eindämmung der kommunistischen Infiltration in den Süden den Vietnam-Krieg. Nach der Niederlage der USA wurden Nord- und Südvietnam 1976 unter kommunistischer Herrschaft wiedervereint. Infolge der Umerziehung wurde fast die ganze Elite Südvietnams in Lagern zu Tode gefoltert. Von 1979 bis 1986 besetzten die Vietnamesen Kambodscha. Seit 1986 betreibt die Kommunistische Partei, ähnlich wie in China, einen Übergang zur Marktwirtschaft.

rvsch

 

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