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Die Orden von Danilo und vom Hl. Petrus von Montenegro

Орден Данила и орден од Саинт Петер од Црна Гора

Bis 1516 herrschten in Montenegro die Fürsten der Familie Cronjevict. Danach begann die Geschichte Montenegros als Staat mit theokratischer Regierungsform. Mehrere erzbischöfliche Familien teilten sich die Macht und standen an der Spitze des Staates. Gleichzeitig war Montenegro eine durch Clanstrukturen geprägte Gemeinschaft, die hauptsächlich wegen der Bedrohung durch das osmanische Reich zusammengehalten wurde. Das Amt des Bischofs wurde vom Onkel an den Neffen weitergegeben, da orthodoxe Bischöfe unverheiratet sein mussten. Die jüngste dieser Bischofsfamilien, die Petrovic, in der das kirchliche Amt seit 1697 vererbt wurde, ging 1852 als einziges weltliches Herrscherhaus Montenegros hervor. Den Beinamen Njegosch erhielt dieses Herrschergeschlecht nach der gleichnamigen Ortschaft.

Flagge von Montenegro

Zu den herausragenden Persönlichkeiten der Petrovic-Njegosch-Dynastie gehören der Bischof von Cetinje, Danilo I. (1697-1735), der Begründer der Dynastie, und Peter I. (1782-1830), der das Herrschaftsgebiet gegen die Osmanen vergrößerte. Ersterer versuchte einen selbständigen Staat zu errichten, indem er die Bergstämme einigte und Kontakte zu Russland knüpfte. Letzterer war ein charismatischer Bischof und militärischer Führer von grosser moralischer Autorität. Er kämpfte selbst mit dem Schwert in der Hand gegen die Osmanen , setzte die Befriedung der Bergstämme fort und suchte die Blutrache abzuschaffen. 1796 gab er das erste Gesetzbuch in Montenegro heraus. Er wollte auch die Idee eines serbischen Zarenreiches mit den russischen Romanows als serbische Zaren verwirklichen. Nach seinem Tod wurde er als „Sankt Peter von Cetinje“ zu einem der vier Heiligen der montenegrinisch-orthodoxen Kirche proklamiert. 

Peter I.

Nach 1830 gelang es den Bischöfen Peter II. (1813-1851) und Danilo II. (1852-1860) alle Ansprüche der Clan-Chefs zu zerschlagen und die Grundlagen für einen modernen Staat zu schaffen. Peter II. war zugleich einer der bedeutendsten montenegrinischen Dichter, der bis heute tief verehrt wird. Danilo II. war der letzte Fürstbischof Montenegros. Er übergab die kirchliche Macht an einen Verwandten und liess sich 1851 als weltlicher Fürst (Danilo I.) vom montenegrinischen Volk anerkennen. Er machte Montenegro unabhängig, indem er die Osmanen besiegte , richtete Schulen ein und suchte die Beziehungen der Kirche zum Staat zu regeln. S ein Versuch, einen modernen Staat durchzusetzen, scheiterte an den reaktionären Kräften im Land. 1860 fiel er einem Attentat zum Opfer.

Peter II.

Sein Neffe Nikolaus I. (1860-1918) führte die Modernisierung des Staates weiter. Er organisierte das Regierung- und Verwaltungssystem nach ausländischen Vorbildern und schuf eine von Russland geschulte und finanzierte Armee. 1878 wurde die Unabhängigkeit Montenegros international anerkannt. In der Folge konnten die Montenegriner ihr Staatsgebiet verdoppeln. 1914 trat Montenegro in den Ersten Weltkrieg ein. Nach der Besetzung Montenegros flohen der König und seine Regierung ins Ausland. Nach dem Krieg wurde Montenegro Teil des vereinigten Königreiches Jugoslawien unter Kronprinz Alexander, einem seiner Neffen. 1921 starb König Nikolaus I. in seinem Exil in Frankreich. Danilo III., sein ältester Sohn, wurde sein Nachfolger, verzichtete aber zugunsten seines Neffen Michael. Dessen Sohn Nikolaus II. (geb. 1944) ist der heutige Thronprätendent. Das Fürstenhaus um Fürst Nikolaus I. war Inspiration für Franz Lehars bekannte Operette „Die lustige Witwe“, die 1905 uraufgeführt und später mehrfach verfilmt wurde.

Nikolaus I.

Nach der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg war Montenegro Teil der sozialistischen Republik Jugoslawien und bildete nach den Jugoslawienkriegen in den 1990er Jahren mit Serbien einen Staatenbund. Seit 2006 ist Montenegro wieder unabhängig und wird von einem Mehrparteiensystem regiert.

Orthodoxe Kirche von Montenegro

Der Orden von Danilo wurde 1853 vom Fürsten Danilo I. (1852-1860) für die Teilnehmer des Unabhängigkeitskampfes gegen die Osmanen gestiftet. Seit 1860 wurden auch andere mit diesem Orden ausgezeichnet, darunter Soldaten des 1. Weltkriegs und Prominente wie Königin Viktoria und König Edward VII. von Großbritannien. Die Auszeichnung wird noch heute Personen verliehen, die sich für Montenegro einsetzen. Der Orden hat vier Klassen: Ritter, Kommandeur 1. und 2. Klasse und das Grosskreuz, das nur Fürsten verliehen wird. Für alle Klassen ist die Dekoration verschieden. Für Ritter besteht sie aus einem silbernen, schwarz emaillierten Kreuz, dessen Enden gerundet sind. In der Mitte befindet sich ein rundes, goldgefasstes Medaillon. Auf der rot emaillierten Vorderseite stehen in goldenen Buchstaben und in serbischer Sprache "Danilo I., Fürst von Montenegro". Die Rückseite enthält die Devise "Für die Unabhängigkeit der schwarzen Berge, 1852/1853". Das Kreuz der Kommandeure ist golden und mit breiterem Goldrand und von weißer Emaille umgeben. Der untere Kreuzarm ist länger. Das Grosskreuz ist ebenfalls golden, aber blau emailliert mit roter Einfassung und weisser Umrandung. Der rot emaillierte Mittelschild trägt dieselbe Aufschrift wie bei den Rittern sowie eine gekrönte kyrillischen Initiale (Danilo). Über allem schwebt eine goldene Fürstenkrone. Das Ordensband ist weiß mit einem roten Streifen auf jeder Seite.

Orden von Danilo
Bruststern für Grosskreuzträger
und Kommandeure 1. Klasse
Orden vom Hl.
Petrus
Brustdekoration

Der Orden vom Heiligen Petrus ist der Hausorden der Petrovic-Njegosch. Er wurde 1870 von Nikolaus I. (1860-1918) zur Erinnerung an Danilo I. und Peter I. gestiftet und wurde nur an Familienmitglieder und ausländische Staatsoberhäupter verliehen (z.B. an Zar Alexander II. oder König Alexander I. von Jugoslawien). Auch nach dem Tod von Nikolaus I. wurde er weiter verliehen. Der Orden ist ein rot emailliertes Malteserkreuz mit weißer Einfassung und blauer Umrandung und mit goldenen Löwen in den Kreuzwinkeln. Das Medaillon zeigt die Jungfrau Maria vor rotem Hintergrund, umgeben von einem blauen Band mit der kyrillischen Inschrift „ Danilo von Montenegro“ und „Für die Unabhängigkeit Montenegros“. Die Jahresdaten erinnern an das Jahr, in welchem die Unabhängigkeit anerkannt wurde. Im obersten Kreuzarm befindet sich ein goldener Löwe und ein silberner Doppeladler mit vollen Regalien und von einer goldenen Königskrone gekrönt. Der Orden wird an einem rot-blau-weißen Dreiecksband getragen.

Königlich-Montenegrinisches Familienfoto um 1910 mit König Nikolaus I
von Montenegro und König Viktor Emanuel III. von Italien (sitzend)
sowie Kronprinz Alexander, der spätere König von Jugoslawien (vorne)

rvs

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