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Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Ordo Equestris Sancti Sepulcri Hierosolymitani

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem hat seine Wurzeln im 14. Jahrhundert am Ort von Tod und Auferstehung Jesu Christi. Während Jahrhunderten hatten immer wieder Adelige und Patrizier die strapaziöse und gefährliche Pilgerreise auf sich genommen, um am Grab des Herrn den päpstlichen Ritterschlag zu empfangen. Sie waren von der Sehnsucht getrieben, das Grab des Erlösers zu sehen und ihrem höchsten Lehnsherrn, Jesus Christus, die Treue zu schwören. Die Franziskaner als Wächter des Heiligen Grabes hielten dieses Brauchtum mit päpstlicher Vollmacht über die Jahrhunderte hinweg am Leben. Nach der jeweiligen Rückkehr der Pilger in ihre Heimat bildeten die Grabesritter bruderschaftsähnliche Zusammenschlüsse, woraus allmählich der Orden entstand.

Eingang zur Grabeskirche in Jerusalem.

Seine heutige kirchenrechtliche Ordnung erhielt der Orden 1868 durch Papst Pius IX. und dessen Nachfolger im 20. Jahrhundert. Der Jerusalem-Orden genießt die gleiche Anerkennung wie die übrigen päpstlichen Ritterorden: der Christusorden, der Orden vom Goldenen Sporn, der Piusorden, der Gregoriusorden und der Silvesterorden. Allerdings unterscheidet er sich von diesen dadurch, dass er seit 1847, ähnlich wie der Malteser Orden, als eigenständige juristische Person des Kirchenrechts in einem besonderen Souveränitätsverhältnis zum Heiligen Stuhl steht.

Die Damen und Ritter vom Heiligen Grab sieht man in der Öffentlichkeit vor allem bei Prozessionen und in festlichen Gottesdiensten. Die Ordensritter tragen dabei einen elfenbeinweißen Radmantel und die Ordensdamen einen schwarzen. Auf diesem ist das rote, fünffache Jerusalemkreuz mit Querbalken angebracht. Dieses wird oft gedeutet als Christus und die vier Evangelisten oder als die fünf Wunden Christi.


Insignien der Ordensmitglieder

Dieses Kreuz wurde erstmals von Gottfried von Bouillon nach der Eroberung Jerusalems (1099) als Wappen geführt. Gottfried von Bouillon war der erste Herrscher über das neu gegründete Königreich und errichtete das Domkapitel der Grabeskirche in Jerusalem mit dem Lateinischen Patriarchen an dessen Spitze, der auch die Ritter vom Heiligen Grab ernannte. Mit dem Ende des christlichen Königreichs von Jerusalem (die heutigen Thronprätendenten sind u.a. die Bourbonen, Wittelsbacher und die Habsburger) erlosch 1291 auch das Lateinische Patriarchat. Danach waren es die Franziskaner, die die päpstliche Autorität im Land vertraten. 1847 erneuerte Papst Pius IX. das Lateinische Patriarchat und übertrug dem ersten Patriarchen der Neuzeit wieder das alleinige Recht der Ritterernennung.

Dem päpstlichen Ritterorden anzugehören gilt sowohl als Auszeichnung als auch Ausdruck des Willens, die ritterlichen Tugenden zu leben und zu erhalten, die Welt in christlichem Glauben mitzugestalten und der Kirche im Heiligen Land mit religiösen, wohltätigen, sozialen und kulturellen Aktivitäten zu dienen.

Der Ritterorden vom Heiligen Grab ist mit 50 Statthaltereien in 30 Ländern vertreten. An der Spitze des Ordens mit Sitz in Rom steht ein Kurienkardinal als Kardinalgroßmeister und in Jerusalem der Lateinische Patriarch als Großprior. Die einzelnen Statthaltereien werden von einem Statthalter geleitet. Ihre geistliche Leitung liegt in den Händen eines Diözesanbischofs als Statthalterei-Großprior. Unterteilt ist die Statthalterei wiederum in sechs Ordensprovinzen bzw. 36 regionale Komtureien, an deren Spitze jeweils ein Präsident bzw. Leitender Komtur steht.


Kardinal-Großmeister Edwin Frederick O’Brien

Grundsätzlich steht der Orden allen Frauen und Männern offen, die sich als katholische Christen besonders ausgezeichnet haben. Um eine Mitgliedschaft bewerben kann man sich jedoch nicht. Es sind die Damen und Ritter selbst, die die geeigneten Kandidaten vorschlagen. Die Aufnahme in den Orden wird zweimal jährlich in einer feierlichen Investitur vorgenommen. Dabei können die Kandidaten einen vollkommenen Ablass erlangen. Auch können sie, als weiteres Privileg, das Ordenskreuz direkt in ihr persönliches Wappen oder in das ihrer Familie integrieren .

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