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Der Orden des Hl. Januarius

Real Ordine di San Gennaro

Der heilige Januarius ist der Schutzpatron von Neapel. Er war Bischof von Benevent und lebte zur Zeit von Kaiser Diokletian und Maximian. Wegen seines christlichen Bekenntnisses wurde er in Nola von Timotheus, dem römischen Gouverneur von Campania, mit sechs Begleitern verurteilt und in Pozzuoli gefoltert. Nach der Legende sei er unversehrt aus einem glühenden Ofen getreten, und auf ihn gehetzte wilde Tiere hätten sich ihm zahm zu Füßen gelegt. Als der Gouverneur erblindete, soll ihn Januarius durch ein Wunder geheilt haben. Gleichwohl liess er Januarius enthaupten. Seine Gebeine werden im Dom von Neapel aufbewahrt. Dazu zwei Ampullen, die das getrocknete Blut aus einem abgehackten Finger des Märtyrers enthalten sollen. Wenn diese Ampullen an bestimmten Tagen des Jahres gedreht und gewendet werden, erscheint das getrocknete Blut flüssig, wenn nicht, was auch vorkommt, wird dies als böses Omen für die Stadt gedeutet. Das Phänomen ist seit 500 Jahren bekannt. Offiziell wird dieses Blutwunder von der Kirche nicht anerkannt. Der heilige Januarius soll auch gegen Vulkanausbrüchen des Vesuvs schützen.

Der hl. Januarius

Der Orden des heiligen Januarius ist ein neapoletanischer Orden, der 1738 von König Karl VII. von Neapel zu Ehren seiner Vermählung mit Prinzessin Maria Amalia von Sachsen gestiftet und 1741 von Papst Benedict XIV. bestätigt wurde. Karl VII. von Neapel regierte von 1734 bis 1759. Der Orden des heiligen Januarius war der höchste Orden im Königreich, vergleichbar mit dem Orden vom Goldenen Vlies in Spanien und Österreich und dem vom Heiligen Geist in Frankreich. Die Prinzen der spanischen und französischen Bourbonen trugen jeweils alle drei Orden, um damit die Einheit des Hauses Bourbon zu unterstreichen. Der Orden hatte zu Beginn nur eine Klasse und war auf 60 Adelige beschränkt. Er konnte nur an Katholiken verliehen werden, die den Adel auf vier Ahnen nachweisen konnten.

Karl VII von Neapel (Karl III. von Spanien)

Karl der VII. war seit 1502 der erste Monarch, der im Königreich Neapel residierte. Vorher wurde es von einem spanisch-habsburgischen Vizekönig regiert. Er nahm viele Reformen in Angriff und konzentrierte sich darauf, Schulden abzubauen, Steuern zu reduzieren und Neapel zu verschönern. Neapels Ressourcen wurden von den Habsburgern für ihre Armee verwendet. Jetzt blühte das Königreich auf. Lediglich Sizilien blieb ärmlich. Als Karl VII. 1759 den spanischen Thron erbte und diesen als Karl III. bestieg, musste er, da die Krone nicht mit Neapel und Sizilien vereinigt werden durfte, sein bisheriges Reich an seinen Sohn Ferdinand IV., vermählt mit einer Tochter Kaiserin Maria Theresias, abtreten. Sein Einfluss auf Neapel aber blieb weiterhin gross, wie er auch das Grossmeisteramt über den Januariusorden bis 1766 behielt, seinen Sohn beriet und ihm die Mitglieder für den Orden vorschlug. Nach der Zeit zwischen 1899 und 1815, als Neapel unter napoleonischer Herrschaft stand und Ferdinand IV. nur Sizilien blieb, wurde 1816 das vereinigte Königreich Neapel-Sizilien unter ihm als Ferdinand I. geschaffen.

Ordenskreuz

Ihm folgten die Könige Franz I., Ferdinand II. und Franz II., der 1861 ins Exil musste, nachdem Victor Emmanuel von Savoyen das vereinigte Königreich beider Sizilien erobert hatte und sich zum König von Italien ausrufen liess. Der dynastische und religiöse Charakter und die päpstliche Autorität haben den Januariusorden vor der Abschaffung durch die Regierung von Victor Emmanuel bewahrt. Tatsächlich war der Orden rechtlich nicht an den Staat bzw. an die Krone gebunden sondern war stets Privatbesitz des Hauses Bourbon. Seit 1817 tragen alle Mitglieder des Januariusorden den Titel Exzellenz und die Anrede Don, wie auch die Verleihung des Ordens gleichzeitig den erblichen Adelsstand bzw. dessen Bestätigung bedeutet.

Bruststern

Zwischen 1894, dem Todesjahr von Franz II., und 1934, dem Todesjahr seines Bruders Alfons, des Grafen von Caserta, den er als Thronerben eingesetzt hatte, wurde der Januariusorden etwa 30 Mal verliehen. Heute wird der Orden von seinen Nachkommen Infante Don Carlos, Herzog von Kalabrien, und von Prinz Carlo, Herzog von Castro, die beide Anspruch auf den Thron erheben, weiterhin vergeben. 1960, dem Jahr des Beginns des Throndisputes, wurde die Zahl der Mitglieder des Januariusordens auf 80 festgelegt. Die meisten von ihnen sind Mitglieder von europäischen Königshäusern, hohe Würdenträger des Konstantinischen St.-Georgs-Ordens und der Kirche, angesehen Adelige und Diplomaten.

El Infante Don Carlos celebra hoy su setenta cumpleaños
Prince Carlo Of Bourbon Picture
Herzog von Kalabrien
Herzog von Castro

Der Orden der Ritter besteht aus einem achtspitzigen goldenen, rot-weiß emaillierten und goldgeränderten Malteserkreuz mit goldunterlegten roten Strahlen. In den Kreuzwinkeln befindet sich je eine goldene Lilie. Das Kreuz zeigt eine plastische, aus einer goldenen Wolke ragenden Halbfigur des heiligen Januarius in rot-blau-weisser Bischofskleidung, die rechte Hand segnend in die Höhe und in der linken das Evangelium mit zwei blutgefüllten Phiolen haltend. Auf der Rückseite befindet sich ein von grünen Palmenzweigen umgebenes goldenes Medaillon. Darin ein goldenes Buch und zwei halbgefüllte Messkelche. Der Orden wird mit einer roten Schärpe über die rechte Schulter zur linken Hüfte und mit einem silbernen Bruststern getragen. Die Offiziere tragen die Insignie in Silber statt in Gold. Der Bruststern trägt dasselbe Bild aber statt der halbrunden Wolke steht in Gold auf blauem Email die Inschrift IN SANGUINE FOEDUS, und das linke Armgelenk des hl. Januarius umschliesst den Bischofstab.

Alle Ordensinsignien

Zu feierlichen Zeremonien gehört ein purpurfarbiger, mit Lilien bestickter Moire-Mantel mit perlgrauem Taft gefüttert und mit zwei goldenen Schnüren geziert. Dazu gehört ein schwarzer Samthut mit roter Feder, weiße oder rote Strümpfe und schwarze Schuhe mit goldenen Rosetten. Die goldene Ordenskette, auf die nur die Ritter ein Anrecht haben, wird selten verliehen. Von den bestehenden Ketten in Spanien befinden sich acht nummerierte Exemplare beim Herzog von Kalabrien.

rvs

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