Die Balley Brandenburg des Ritterlichen
Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem
Geschichte
Die Anfänge des Johanniterordens liegen im
Dunkeln. Nach den Quellen gründeten Kaufleute aus Amalfi zwischen
1048 und 1071 in Jerusalem ein Johannes dem Täufer geweihtes
Hospital für arme und kranke Pilger, das eine Laienbruderschaft
leitete und der sich christliche Ritter nach ihrem Einzug in Jerusalem
1099 anschlossen.
Die päpstliche Anerkennung als Orden wurde 1113 durch Papst
Paschalis II. erteilt. Die Balley Brandenburg erhielt im Jahre 1382
mit dem Vertrag von Heimbach eine Sonderstellung im Orden. Aus dieser
Balley entwickelte sich der evangelische Johanniterorden, während
der verbleibende Orden heute als katholischer Malteserorden bekannt
ist.
Zielsetzung der Johanniter ist es seit 900 Jahren, Kranke zu pflegen,
sich der Schwachen anzunehmen und für den christlichen Glauben
einzustehen. Im Sinne des durch die Reformation neu erschlossenen
Evangeliums Jesu Christi wollen Johanniter dort tätig sein,
wo die Not des Nächsten auf tätige Liebe wartet und Angefochtene
des Zeugnisses des Glaubens bedürfen.
Der Johanniterorden wird z.Zt. von über 3600 Ordensmitgliedern
getragen, an ihrer Spitze der Herrenmeister, Dr. Oskar Prinz v.
Preußen.

Herrenmeister S.K.H. Dr. Oskar Prinz v. Preußen.
Die Struktur des Johanniterordens
Der Orden gliedert sich in 23 Genossenschaften,
die regional im Wesentlichen den Ländern bzw. den ehemaligen
preußischen Provinzen entsprechen. In Finnland, Frankreich,
Österreich, der Schweiz und Ungarn sind fünf nichtdeutsche
Genossenschaften tätig. Jeder Genossenschaft steht ein Regierender
Kommendator vor. Regional wird der Orden in Subkommenden unterteilt.
Darüber hinaus ist der Orden Träger einer Reihe von Krankenhäusern,
Alteneinrichtungen und anderen Einrichtungen. Hierzu gehören:
- 14 Krankenhäuser mit ca. 3900 Betten
- 43 Alteneinrichtungen mit ca. 3700 vollstationären Plätzen
- 6 Tageskliniken mit ca. 160 Plätzen
- 8 Wohnheime mit ca. 500 Plätzen.
Im Jahre 1961 schlossen sich der Orden und die
Ordenszweige von Großbritannien, den Niederlanden und Schweden
in der Komturkirche in Butzbach/Nieder-Weisel zu einer Allianz zusammen,
um die internationalen Tätigkeiten zu koordinieren. Der katholische
Teil des Ordens, der Malteserorden, steht mit den evangelischen
Zweigen in ordenbrüderlicher Verbindung.

Balley Brandenburg - Mitte des Ordens
Die Balley ist die Mitte des Ordens, um die sich
die Genossenschaften/Kommenden mit ihren Einrichtungen und die Ordenswerke
gliedern. Sie bilden ein unteilbares Ganzes. Von der Balley gehen
die Impulse aus, die den Orden und seine Werke prägen. In der
Balley sind die Führungsorgane des Ordens angesiedelt, der
Herrenmeister, das Kapitel und die Ordensregierung.
Die Balley und ihre deutschen Genossenschaften
sind gemäß dem Schutzbrief des Rates der Evangelischen
Kirche in Deutschland vom 2. Mai 1947 Bestandteil der Evangelischen
Kirche in Deutschland.
Rechtsform / Namens- und Zeichenschutz
Die Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens
St. Johannis vom Spital zu Jerusalem - der Johanniterorden - ist
als der evangelische Zweig des alten Johanniterordens durch König
Friedrich Wilhelm IV. von Preußen aufgrund seiner durch den
Westfälischen Frieden anerkannten landesherrlichen Souveränität
unter dem 15. Oktober 1852 wiederhergestellt worden. Durch das gleiche
Dekret sind dem Johanniterorden Korporationsrechte verliehen worden
(veröffentlicht: Preußische Gesetzsammlung Nr. 1 vom
15. Januar 1853).
Die geltende Satzung des altrechtlichen Vereins
besteht in der Fassung vom 27.6.1993, genehmigt vom Regierungspräsidenten
Köln vom 20.8.1993 (15.2.2-16/62) und vom Bundespräsidenten
der Bundesrepublik Deutschland durch den "Erlaß über
die Genehmigung der Neufassung der Satzung des Johanniterordens"
vom 19.4.1994 (Bundesgesetzblatt 1994, S. 954). Der Name der Balley,
der Name "Johanniterorden", die Bezeichnung "Die
Johanniter" und der Kreis mit dem achtspitzigen Kreuz sind
international geschützt.
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