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Ehrenkreuzes des Abtes von Lilienfeld

Die Geschichte von Stift Lilienfeld

Im Jahr 1202 stiftet Leopold VI., Herzog von Österreich und der Steiermark,"zur Ehre Gottes und zur Ehre der heiligen und glorreichen Gottesgebärerin Maria" die Zisterzienserabtei Lilienfeld. Die Ausbreitung des Zisterzienserordens nach Österreich erfolgte von Morimond aus. Für die fruchtbaren Beziehungen zwischen Morimond und Österreich hat sicher Otto von Freising beigetragen, war er doch Sohn des Markgrafen Leopold III. aus Klosterneuburg. Otto trat 1132 als Novize in das Zisterzienserkloster Morimond ein und wurde dort 1138 zum Abt gewählt.
In der Stiftsbasilika Lilienfeld finden wir eine vergoldete Statue des sel. Otto von Freising an einem besonderen Platz im Bereich des Hochaltares.


Ende Juni 1217 bricht Herzog Leopold VI. mit einigen Ministerialen von Lilienfeld auf, um sich dem Kreuzfahrerheer von König Andreas II. von Ungarn anzuschließen. Herzog Leopold VI. gelangt während des Kreuzzugs nach Akkon (Palästina) und nach Damiette (Ägypten). Dem Stift Lilienfeld schenkt er nach seiner Rückkehr eine kostbare Kreuzreliquie, die heute noch verehrt wird. Am Andreas-Tag (30. November) des Jahres 1230 weiht Erzbischof Eberhard II. von Salzburg den Ostteil der Klosterkirche ein. Heute feiert die Klostergemeinschaft jährlich am Andreas-Tag ihr Kirchweihfest.

© Stift Lilienfeld


Wie in anderen Klöstern werden auch in Lilienfeld während des Mittelalters zahlreiche Handschriften abgefasst. Im Stift Lilienfeld entsteht im 14. Jahrhundert die "Concordantiae Caritatis", eine kostbare Handschrift mit zahlreichen bildlichen Darstellungen. Ebenfalls im 14. Jahrhundert verfasst der Mönch Christianus Campililiensis zahlreiche Dichtungen wie Hymnen,Sequenzen und Reimoffizien. Im 16. Jahrhundert macht die Klostergemeinschaft in geistlicher Hinsicht einen starken Niedergang durch. 1587 hat das Stift Lilienfeld nur mehr sechs Mönche. Durch den Einfluss der katholischen Reformbewegung blüht das Stift Lilienfeld während des 17. Jahrhunderts wieder auf. Im 16. Jahrhundert macht die Klostergemeinschaft in geistlicher Hinsicht einen starken Niedergang durch. 1587 hat das Stift Lilienfeld nur mehr sechs Mönche. Durch den Einfluss der katholischen Reformbewegung blüht das Stift Lilienfeld während des 17. Jahrhunderts wieder auf. Unter Abt Matthäus Kolweiß (1650-1695) wird die Josefibruderschaft mit Sitz in Lilienfeld gegründet. Sie findet große Verbreitung unter den Gläubigen der Habsburgermonarchie. 1683 versuchen herumstreifende Türkenscharen, die befestigte Stiftsanlage zu erobern. Die Leute aus der Umgebung finden Schutz innerhalb der Stiftsmauern und helfen, diese erfolgreich zu verteidigen. Im 17. Jahrhundert entstehen mehrere barocke Zubauten zum mittelalterlichen Klosterkomplex.

Altabt Norbert Mussbacher (1968–1993)

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden der barocke Turm, die barocke Bibliothek und die barocke Kircheneinrichtung hergestellt. Kaiser Josef II. hebt 1789 das Stift Lilienfeld auf. Doch bereits 1790 wird die Abtei durch Kaiser Leopold II. wiedererrichtet. Seit der Zeit Josefs II. betreut das Stift Lilienfeld viele kleinere Pfarren. Im Spätsommer des Jahres 1810 zerstört ein Brand weite Teile des Stiftes. Unter Abt Ladislaus Pyrker werden die ersten Aufbauarbeiten nach dem Brand geleistet. Abt Ladislaus Pyrker wird später Bischof von Zips (Slowakei), dann Patriarch von Venedig (Italien) und schließlich Erzbischof von Eger (Ungarn). Abt Ambros Becziczka lässt 1826 unter großem finanziellen Aufwand einen botanischen Garten mit seltenen exotischen Bäumen und Sträuchern anlegen. 1902 geht ein stiftseigenes E-Werk an der Traisen in Betrieb, das auch heute — nach mehrfachen Wiederinstandsetzungen und Reparaturen — 2005 in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Stadtgemeinde, neu errichtet wurde. 1902 stellt das Stift Lilienfeld anlässlich des 700 jährigen Gründungsjubiläums unentgeltlich Baugründe zur Errichtung des Krankenhauses Lilienfeld zur Verfügung. Während der nationalsozialistischen Herrschaft müssen die Patres ihren Wohntrakt verlassen und der NSDAP zur Verfügung stellen.In den letzten Kriegstagen von 1945 erleidet das Stift schwere Schäden. Die russische Besatzungszeit geht am Stift Lilienfeld relativ glimpflich vorüber. 1976 ist das Stift Lilienfeld Ort einer erfolgreichen nö. Landesausstellung. Das Thema dazu lautet: "1000 Jahre Babenberger in Österreich". 1976 verleiht Papst Paul VI. der Stiftskirche Lilienfeld den Titel einer Basilika. Seit 1993 wird die Stiftsbasilika — erstmals seit ihrer Errichtung — einer gründlichen Außenrestaurierung unterzogen. Im Jahr 2002 feierte das Stift Lilienfeld sein 800-jähriges Gründungsjubiläum.

Stiftung des Ehrenkreuzes

Die erste Verleihung erfolgte am 29. November 1980, dem 750. Weihetag der Basilika, verliehen.

Es zeigt auf der Vorderseite das Wappen des Stiftes, die drei goldenen Lilien, die lateinische Bezeichnung „Campililium“, das Gründungsdatum 1202, den Herzogshut zur Erinnerung an den Stifter Leopold VI, die gekreuzten Schlüssel Petri, die auf die Erhebung der Kirche zur päpstlichen Basilika minor im Jahre 1976 hinweisen, und schließlich das Weihedatum der Kirche 1230. Die Rückseite zeigt das Wappen der 1680 dem Stift geschenkten ehemaligen Abtei Marienberg im Burgenland. Das Durchzugsband des Ehrenkreuzes trägt die Farben des Stiftes, blau-gold, und die Farben des Abtes Norbert Mussbacher, gold-grün. Das Ehrenkreuz des Stiftes Lilienfeld wird in Gold, Silber und Bronze für besondere Verdienste um das Stift und seine Pfarren verliehen.

Abt Matthäus IV. Nimmervoll (seit 1993)


Alle Bilder: © Stift Lilienfeld

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