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Der Konstantinische St. Georgs Orden  

Sacro et Militare Ordine Constantino de San Georgii

Der Konstantinische Militärische Orden des Heiligen Georg steht unter der Schirmherrschaft des Königshauses Bourbon beider Sizilien, dessen dynastischer Besitz er gleichzeitig ist. Auch ist er der einzige internationale katholische Orden mit einem erblichen Grossmeisteramt. Zu seinen Mitgliedern zählen unter andern viele herausragende Adelige, Kirchenfürsten und Staatsmänner. Der Zweck des Ordens war immer der ritterliche Dienst an der Römisch-Katholischen Kirche zur Verbreitung des Glaubens, der Verteidigung der Kirche und zur Unterstützung des Heiligen Stuhls. Schon früh in seiner Geschichte hatte er vom Heiligen Stuhl die Bestätigung als religiöser Militärorden erhalten. Zusammen mit dem Souveränen Malteserorden, ist er der einzige internationale katholische Orden, der bis heute diesen Status unverändert bewahrt hat.

Der Konstantinische Militärorden vom Heiligen Georg geht zurück auf den ersten christlichen Orden der Goldenen Ritter, gestiftet von Kaiser Konstantin im Jahre 312 nach seinem Sieg über Maxentius an der Milvischen Brücke. Dies hatte ihn zum unbestrittenen Kaiser des Römischen Reiches gemacht, was ihm nur dank einer göttlichen Vision möglich war, wonach am Himmel ein flammendes Kreuz erschien mit der Inschrift "In Hoc Signo Vinces". Dieses Zeichen hatte er in der Schlacht vorantragen lassen. Die ersten Ordensstatuten stammen vom Heiligen Bischof Basil und wurden 456 von Papst Leo I. genehmigt. Unter den angesehenen Rittern während des Mittelalters befanden sich viele Kaiser und Könige. 1550 bestätigte Papst Julius Julius III. den Orden, dessen Grossmeisteramt 1697 an Franz I. Farnese, Herzog von Parma und Piacenza, überging.

Isabel Farnese von Parma

Die Grossmeisterwürde im Hause Bourbon beider Sizilien geht auf Elisabeth Farnese zurück, der Gattin von Philipp V. von Spanien. Nach dem Aussterben der Farnese-Dynastie im Jahre 1731 wurde die Würde mit päpstlicher Zustimmung an Infante Don Carlos de Borbón y Farnese von Spanien, übertragen, der drei Jahre später König von Neapel-Sizilien wurde. Da nach einer Bestimmung von 1759 die beiden Königreiche Spanien und Neapel-Sizilien nicht in Personalunion bestehen dürfen, trat dieser, als er im selben Jahr als Karl III. den Thron von Spanien bestieg, sowohl die Neapoletanische Krone als auch das Konstantinische Grossmeisteramt an seinen Sohn Ferdinand ab.

 

Karl III von Spanien

Seit 1960 gedeiht der Orden unter dem 21. Grossmeister in zwei Obedienzen: in Spanien unter Infante Don Carlos de Borbón-Dos Sicilias y Borbón-Parma, Herzog von Kalabrien, Doyen der Ritter vom Goldenen Vlies, und in Italien unter Prinz Carlo Bourbone delle Due Sicilie, Herzog von Castro.

Es wird heftig darüber diskutiert, wer von den beiden der legitime Chef des Hauses Bourbon beider Sizilien ist. Grundsätzlich geht es im Disput darum, ob Prinz Carlo, der Neffe des letzten Königs von Neapel-Sizilien und Sohn des designierten Thronerben, im Jahre 1900 in der so genannten Akte von Cannes gültig auf seine Rechte auf den Thron von Neapel-Sizilien verzichtet hat oder nicht. Der Thronerbe hatte seinen ältesten Sohn als Thronfolger bestimmt, doch der starb 1960 ohne männliche Nachkommen, und eine weitere Thronfolge-Regelung gab es nicht. Die Nachkommen von Prinz Carlo argumentieren, dass dieser Verzicht nur dann gelte, wenn seine Linie den Spanischen Thron erben würde und begründen ihren Anspruch mit dem Argument der Primogenitur. Dagegen betrachtet die Linie des jüngeren Bruders die Akte von Cannes als endgültigen dynastischen Verzicht.

Auch die Nachfolge ins Grossmeisteramt des Konstantinischen Georgsorden wird in diesem Zusammenhang diskutiert. Allerdings steht darüber nichts in der Akte von Cannes. Das war auch nicht nötig, denn, obwohl der Orden das dynastische Eigentum des Hauses beider Sizilien ist, war die Grossmeisterwürde nie an die Krone gebunden. Deshalb trugen die Könige beider Sizilien die Abzeichen des Grossmeisteramtes nie zusammen mit den Dekorationen des Königreiches. Diese Unabhängigkeit war es auch, die es dem Orden ermöglicht hatte, im Jahre 1860 die Auflösung des Königreiches zu überstehen .

Ungeachtet des Disputes wird der Konstantinische Georgsorden sowohl von Spanien als auch von Italien und von vielen anderen Regierungen und Dynastien per Dekret offiziell anerkannt. Ausser Spanien hat aber noch kein Staat, auch nicht Italien, das Nachfolgerecht im Hause Bourbon beider Sizilien ausreichend studiert.

Der Zweig des Herzogs von Castro feiert regelmässige Messen in der Kirche von San Giorgio al Velabro in Rom, in Neapel und andern italienischen Städten, in der Westminster Kathedrale in London und in andern Städten Europas wie auch in Washington. Zu den offiziellen Ordens-Anlässen des Zweiges unter dem Herzog von Kalabrien gehören die monatlichen Messen in der Basilica Santa Croce al Flaminio in Rom, welche auch die von Papst Benedict XV. gestiftete Ordenskapelle beherbergt, sowie Messen in Palermo, Mailand, Essonne, London, Luxemburg und Lissabon.

 

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