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Der Orden Unserer Lieben Frau von Vila Visiosa

Militar Ordem de Nossa Senhora de Conceição de Vila Viçosa

Der Orden Unserer Lieben Frau von der Empfängnis von Vila Visiosa, war am 6. Februar 1818 von Johann VI. in Rio de Janeiro gegründet und am 10. September des folgenden Jahres bestätigt worden. Er war als Ehrung für jene gedacht, die sich im Kampf gegen die napoleonische Besetzung durch ihre besondere Loyalität gegenüber dem Königshaus verdient gemacht hatten. Der Name stammt von der Stadt Vila Viçosa, die während mehr als 360 Jahren mit dem Haus Braganza eng verknüpft war.

Der Grossmeister Dom Duarte, Herzog von Braganza

Anders als der Christus-Orden, der Orden des Heiligen Benedikt von Aviz oder der Orden des Heiligen Jakob vom Schwert, welche als religiöse Militärorden gegründet und später säkularisiert wurden, war der Orden von Vila Visiosa in seiner Struktur näher dem Orden vom Turm und Schwert. Letzterer wurde auf einer alten Tradition gründend 1808 von Johann VI. mit der Absicht gestiftet, diesem den Vorrang vor allen ritterlichen Einrichtungen Portugals zu geben. Mit der Abschaffung der Monarchie hatte die neue republikanische Regierung zunächst alle Militärorden aufgelöst, setzte diese aber später wieder als republikanische Institutionen ein, mit Ausnahme der Orden Vila Viçosa und Saint Isabel (für Damen). Es war daher nahe liegend, dass Dom Duarte Pio, seit 1976 Chef des Hauses Braganza, am 8. Dezember 1983 auch den Orden Vila Viçosa wieder herstellte.

Orden von Vila Visiosa (Komtur)

Der Orden ist der wichtigste aller dynastischen Orden. des Hauses Braganza. Seine Bedeutung widerspiegelt sich in den Namen seiner zuerst aufgenommenen Mitglieder: Don Juan von Bourbon, Graf von Barcelona, Vater des gegenwärtigen Königs von Spanien, Don Carlos von Bourbon beider Sizilien, Herzog von Kalabrien, Chef des Hauses beider Sizilien, und Erzherzog Otto von Österreich, Chef des Kaiserlichen Hauses Habsburg-Lothringen. Weitere Ernennungen ergingen an Kronprinz Alexander von Jugoslawien, Dom Miguel, Herzog von Viseu (Kanzler des Ordens) und an Dom Henrique, Herzog von Coimbra. Der Orden wurde beschränkt auf 12 Träger des Grosskreuzes, vierzig Kommandeure und hundert Ritter. Ausländer können seit 2005 nicht mehr in den Orden Vila Visiosa aufgenommen werden sondern nur noch portugiesische Staatsbürger. Diese müssen während zehn Jahren die royalistische Sache unterstützt haben und bereits Ritter in einem andern königlich portugiesischen Orden sein. Beförderungen erfolgen ebenfalls erst nach zehn Jahren.

Orden von Vila Visiosa (Grosskreuz)

Der Orden wird also nur selten verliehen und gilt als persönliches Auszeichnung von Dom Duarte Pio, dem Chef des Königlichen Hauses von Braganza. Die Portugiesische Regierung akzeptiert nicht nur die Verleihung dieses Ordens, sondern sie erlaubt auch seinen Staatsangehörigen, den Orden ohne Einschränkung zu tragen.

Orden von Vila Visiosa (Ritter)

Die besondere Stellung, die der Herzog von Braganza und seine Familie in Portugal geniessen, ist fast einzigartig unter den ehemals regierenden Häusern und vergleichbar mit derjenigen des Herzogs Franz in Bayern. Viele Portugiesen bedauern die Jahre nach der Revolution von 1910 und beneiden ihre iberischen Nachbarn, wo die Diktatur friedlich einer restaurierten Monarchie gewichen ist.

Trotz des zunehmend erträglicher werdenden republikanischen Regimes besteht in der Bevölkerung immer noch eine grosse Sympathie für die Monarchie. Viele sehen in ihr den Grund für die Unabhängigkeit von Spanien. Ausserdem war es ein Verdienst des Hauses Braganza, dass die Handels- und Wirtschaftbeziehungen Portugals mit andern Ländern vorankamen. Ebenso trug es massgeblich zur Verschönerung Lissabons und seiner Umgebung bei, was wiederum für die Tourismusindustrie von grosser Bedeutung ist.

Die Verdienstmedaille des Ordens

Dom Duarte Pio, 1945 in Bern in der Schweiz geboren, wird grossen Respekt entgegengebracht. Das zeigte sich auch 1995 anlässlich seiner Hochzeit mit Dona Isabel Inês de Castro Curvello de Herédia, einer portugiesischen Adeligen, als landesweit wie bei einem regierenden Monarchen gefeiert wurde. Dom Duarte war 1952 nach Portugal zurückgekehrt, nachdem 1950 die portugiesische Nationalversammlung die gesetzliche Verbannung für das Königshaus aufgehoben hatte. Dom Duarte besuchte die Universität Lissabon und leistete seinen Militärdienst als Leutnant zur See und als Hubschrauberpilot der portugiesischen Luftwaffe in Angola. Er stand mit verschiedenen politischen Führern in den portugiesisch sprechenden Ländern in Kontakt und setzte sich als einer der Hauptakteure für die Unabhängigkeit von Ost-Timor ein. Ebenso hat er sich stets für die Festigung des Christentums insbesondere in Russland eingesetzt. Seit 1995 ist er Präsident eines weltführenden marinearchäologischen Unternehmens.

Dom Duarte Pio, Herzog von Braganza, Guimarães und Barcelos, Marquess von Vila Viçosa, Graf von Arraiolos, Ourém, Barcelos, Faria, Neiva und Guimarães, hat es klugerweise stets vermieden, sich mit irgend einer politischen Partei zu arrangieren. Würde an ihn der Ruf nach Restauration der Krone ergehen, würde er dies wohl mit der gleichen unparteiischen Führung tun wie sein Cousin in Madrid.

 

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