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Orden der Vitéz

Vitézi Rend

Der Vitézi Rend ist ein relativ junger Ritterorden, der 1920 als staatlicher Verdienstorden der ungarischen Regierung für Kriegveteranen gemäss dem Vorbild der mittelalterlichen Ritterorden gegründet wurde. Federführend war dabei Admiral Miklós Horthy Der Orden sollte mithelfen, das Land nach dem Krieg wieder aufzubauen. Chef des Ordens war der ungarische Staatsvorstand, der sich aber nicht Grossmeister nannte, wie das bei traditionellen Ritterorden der Fall ist, sondern Generalhauptmann, nach einem alten ungarischen Titel.

Anknüpfend an das mittelalterliche Erbe Ungarns gehört zur Aufnahme in den Orden der Ritterschlag mit einem speziell dafür angefertigten Schwert , wobei gleichzeitig der Titel vitéz (d.h. Ritter oder Held) und anfänglich auch ein Stück Land verliehen wurden. Die Landvergabe war damals ein wichtiger Schritt zur Landreform. Der Titel vitéz wird in alle amtliche Dokumente des Kandidaten eingetragen und seinem Namen ein v. vorangestellt. Der Titel entspricht aber keiner Erhebung in den Adelsstand, da eine solche nur durch einen Monarchen erfolgen kann. Das erwähnte Schwert wird im Militärhistorischen Institut und Museum in Budapest aufbewahrt.

Főkapitány:

S.K.H. József Árpád von Habsburg

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte die Zahl der Mitglieder stark zugenommen. 1936 betrug sie 16.000 Mitglieder. Davon waren 1.800 Offiziere. Nach der Rückgabe einiger Gebiete an Ungarn stieg die Zahl 1941 auf über 20.000, sodass bald nicht mehr genügend Land zum Vergeben zur Verfügung stand. Viele der tapfersten ungarischen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs kamen aus Vitéz-Familien.  Um in diesem Kreis Zutritt zu erhalten, mussten die ehemaligen Soldaten als Mindestanforderung im Besitz der Ehrenmedaille sein. Mit zunehmendem Rang stiegen die Anforderungen, wobei in den höheren Rängen mindestens über die Kleine Silbermedaille für Tapferkeit verfügt werden musste.

 

Ügyvezető törzskapitány

vitéz nemes Tassányi József Ferenc

 

Delegierter für Europa

vitéz Teodor v. Berkovits

Während der sowjetischen Besatzung nach 1945 wurde der Orden verboten, dessen Mitglieder verfolgt und die Güter verstaatlicht. Der Orden lebte aber im deutschen Exil unter habsburgischem Magistrat weiter, nachdem er dort von General Hugó vitéz Sónyi reorganisiert worden war . Mindestens 600.000 Ungarn wurden während der Diktatur deportiert, von denen etwa die Hälfte nicht zurückkehrte. Viele entkamen in den Westen. Die Mitglieder des Vitézi Rend waren religiös und patriotisch gesinnt und als tapfere Soldaten bekannt. Das machte sie in den Augen der Kommunisten in dreifacher Hinsicht zu Klassenfeinden.

Verdienstkreuz in Gold

Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Europa wurde der Vitéz-Orden reaktiviert. Allerdings entstanden 1997, nach dem Ende des habsburgischen Magistrats, w egen der unklaren Gesetzeslage in Ungarn zahlreiche Splittergruppen. Dessen ungeachtet setzt der Orden seine Arbeit fort, indem er weiterhin hervorragende Leistungen honoriert, karitativ tätig ist und neue Mitglieder aufnimmt. Beispielsweise nahm er auch jene auf, die gegen die sowjetische Invasion und Besetzung von 1956 gekämpft hatten. Der Orden stützt sich nach wie vor auf die Grundlage der Vererbung (etwa 90% der Mitglieder) und geniesst weltweit bei allen ungarischen Emigranten hohes Ansehen. Die Bedeutung des Ordens darf hinsichtlich des ungarischen Nationalgefühls nicht unterschätzt werden. Seine Mitglieder müssen sich als aufrechte Bürger beweisen und ein vorbildliches und beispielhaftes Leben führen.

Trotz seiner geschichtlichen Ausrichtung trägt der Vitéz-Orden der modernen Gesellschaft Rechnung. So halten sich innerhalb des Ordens die konservativen und liberalen Kräfte die Waage. Die Vererbung und die ritterliche Tradition symbolisieren dabei das konservative Element, die Titel und Abzeichen, die für alle Ränge und Klassen, ob militärisch oder zivil, gleich sind, das liberale. 1962 erreichte Josef August vitéz von Habsburg-Lothringen, dass der Vitézi Rend von der Internationalen Kommission für Ritterorden (I.C.O.C.) anerkannt wurde.

Die Insignie des Ordens zeigt das Wappen Ungarns mit der Stefanskrone, umrahmt mit Eichenzweigen auf der linken und Ähren auf der rechten Seite. Das ganze Wappen liegt auf einem blau emaillierten Schild, dessen oberer Teil von einer hinter der Krone aufgehenden weißen, golden strahlenden Sonne bedeckt ist. Das Wappen selbst ist hälftig von einem aufrecht stehenden Schwert überdeckt, das mit dem Griff über das Wappen hinaus bis an das untere Ende des Abzeichen reicht. Ein goldenes Schwert zeigt, dass der Ritter aufgrund seiner herausragenden Leistungen aufgenommen wurde, ein silbernes Schwert bedeutet Aufnahme aufgrund der Vererbung des Titels.

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Die existierenden Ritterorden in Deutschland