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Das Goldene Vlies - ein alter Orden Burgunds

Aureum Vellus , Toisonorden, Orden del Toison de Oro

Neben dem englischen Hosenbandorden ist der Orden vom Goldenen Vlies einer der vornehmsten seiner Art. Herzog Philipp der Gute hatte den Orden 1430 aus Anlass der Heirat mit Prinzessin Isabella von Portugal in Brügge gegründet. Gestiftet war er zu Ehren des Erlösers, der Jungfrau Maria und des heiligen Andreas wie auch zum Schutz der heiligen Kirche und zur Bewahrung der unbefleckten Ehre des Rittertums. Philipp gab ihm den Namen Goldenes Vlies, weil er einen späten Kreuzzug ins Morgenland plante und damit auf einen neuen Argonautenzug hindeuten wollte.

Herzog Philipp der Gute

Nach der Niederlage gegen die Eidgenossen und nach dem Aussterben der Burgunder Herzöge 1477 ging die Grossmeisterstelle des Ordens durch die Heirat Marias von Burgund mit Erzherzog Maximilian von Österreich auf die Habsburger über.  Als Im Jahre 1700 der letzte spanische König aus dem Hause Habsburg starb, beanspruchten sowohl Philipp V. als auch Karl VI. das Grossmeisteramt, sodass zwei getrennte Orden entstanden, die beide noch heute bestehen. Während der österreichische Orden vom Goldenen Vlies die alten burgundischen Traditionen bewahrt hat und seine Ritter unter Fürsten und dem hohen Adel sucht, übte der spanische Zweig stets eine freizügigere Politik bei der Verleihung.

Philipp V. von Spanien

Karl VI von Österreich

In Wien werden die Ordensmitglieder am 30. November, dem Tag des Apostels und Märtyrers St. Andreas, in Form einer feierlichen Messe aufgenommen. Das Archiv und der Schatz des Goldenen Vlieses, vorher in Brüssel, befindet sich seit 1797 in Wien. Der Orden wird vom derzeitigen Prätendenten auf den Thron Österreichs, Erzherzog Karl von Habsburg, und vom König von Spanien verliehen. D as österreichische Haus hat allerdings den spanischen Zweig des Ordens und die spanischen Ernennungen nie anerkannt . Hingegen bestätigte 1953 die österreichische Republik das habsburgische Recht auf die Ordenverleihung.

Ein 30. November in der Kathedrale von Dijon. Karl von Habsburg hält das Kruzifix mit Reliquien des hl. Andreas am Ort, wo die Gebeine der Fürsten von Burgund ruhen

Der elitäre Charakter des Ordens liegt nicht nur am Kreis der ausgewählten Mitglieder, die von altem unbescholtenen Adel zu sein haben und herausragende Leistung erbracht haben müssen, sondern auch an der Erinnerung an das glanzvolle Reich der Burgunder und an der Bedeutung des Hauses Habsburg in Spanien und im Heiligen Römischen Reich.

Der Name des Ordens hat zwei mythologische Wurzeln, zum einen im alttestamentarischen Begnadungswunder Gideons mit dem betauten Widderfell, zum andern in der griechischen Mythologie, wonach das Goldene Vlies das Fell des Widders Chrysomeles ist, der fliegen und sprechen konnte.

goldenes Widderfell durch einen Ring gezogen

Diese Geschichte ist schnell erzählt: Die zweite Frau von König Athamas von Böotien wollte einen eigenen Sohn haben, der das königliche Erbe antreten sollte. Deshalb verfolgte sie ihre Stiefkinder Helle und Phrixos. Da sandten die Götter Chrysomeles, der mit den Kindern auf dem Rücken davonflog. Als er die Meerenge überquerte, die Europa und Asien trennt, rutschte Helle von seinem Rücken und fiel ins Wasser, das nach ihr Hellespont (Meer der Helle) benannt wurde. Der Widder aber setzte Phrixos sicher in einem Land am Schwarzen Meer ab, wo König Aietes regierte. Aus Dankbarkeit opferte man Chrysomeles den Göttern, und Phrixos gab Aietes das wertvolle Goldene Vlies, der es von einem Drachen bewachen liess. Später raubten das Vlies die Argonauten unter Jason und mit Hilfe der Tochter des Aietes und brachten es Pelias. Der Hintergrund des Mythos war das Interesse der Griechen an den Bodenschätzen am Schwarzen Meer und die Tatsache, dass am Kaukasus Schaffelle verwendet wurden, um Gold aus den Flüssen zu waschen.

Jason bringt Pelias das Vlies
Gideons Begnadungswunder

Das Ordenszeichen ist ein durch einen Ring gezogenes, goldenes Widderfell, das an einem blau emaillierten, flammenden Feuerstein hängt, über dem sich (in Österreich) auf goldenem Band ein Drachentöter und auf gewundenem Knoten der Wahlspruch „Pretium laborum non vile“ steht. Dieses Zeichen wird an einem roten Band um den Hals getragen und an Festtagen an einer aus Feuerstählen und flammenden Feuersteinen bestehenden Kette. Die Ketten-Embleme waren schon vor der Ordensgründung die Devise Philipps von Burgund und symbolisieren das Licht und die Wärme, die in eine dunkle, kalte Welt dringen. Die Anzahl der Kettenglieder beträgt 31, entsprechend der ursprünglichen Mitgliederzahl von 30 und einem zusätzlichen Glied für den Grossmeister. In der Ordenskette konkretisiert sich die Idee von der Gleichheit und Brüderlichkeit, die seine Mitglieder verbindet. Der Orden hat demzufolge auch nur eine Klasse. Die Ordenskleidung besteht aus einer prunkvollen Tracht aus kostbarsten Materialien, bestehend aus einem roten Talar mit purpurnem Mantel und Kopfbedeckung, roten Strümpfen und Schuhen.

 

Franz Joseph I. mit Halsdekoration
Ordenskleidung
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